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Warenausgang

Der Warenausgang bezeichnet den Prozess der Bereitstellung, Kommissionierung und Auslieferung von Waren aus dem Lager an Kunden, interne Empfänger oder Spediteure. Er umfasst alle Schritte von der Auftragsanlage bis zur Warenausgangsbuchung.

Warenausgang Prozessübersicht

Warenausgang in SIEVERS WMS

SIEVERS WMS bildet den Warenausgangsprozess über die Warenausgangsplanung ab. Dort werden Warenausgänge aus Ursprungsbelegen (Verkaufsaufträge, Umlagerungen, Einkaufsreklamationen) erzeugt, geplant und zur Kommissionierung freigegeben. Mit der Erstellung des Warenausgangs wird automatisch ein Fahrbefehl vom Lagerplatz zum Warenausgangsplatz angelegt.

Die Kommissionierung erfolgt am MDE-Gerät über A4 Kommissionierung, die Verpackung über A5 Verpackung und die Auslieferung über A6 Lieferung.

Ein Warenausgang = ein Verladeprojekt: Ein Warenausgang fasst alle WA-Zeilen zusammen, die zeitlich zusammenhängend ausgeliefert werden sollen. Ein WA kann dabei mit mehreren Verladevorgängen versendet werden.

  • Der Warenausgang ist in die WA-Ebene, die Auftragsebene und die Artikellistenebene aufgeteilt. Der schlechteste Status wird dabei von unten nach oben hochaggregiert.
  • Ein WA kann Zeilen enthalten, die an unterschiedliche Adressen geliefert werden müssen, aber gemeinsam auf ein Fahrzeug verladen werden (Feld Abladestelle).
  • Wenn kein Planungsbedarf besteht, kann der WA automatisch als 1:1-Element angelegt werden und läuft im Hintergrund mit.

Voraussetzungen

Bevor ein Warenausgang angelegt werden kann, müssen folgende Stammdaten eingerichtet sein:

Im Verkaufsauftrag müssen unter den Bereichen Lieferung und Abrechnung die Felder Zusteller und Lagerortcode korrekt gesetzt sein. Mögliche Ursprungsbelege sind:

  • Verkaufsauftrag
  • Ausgehender Umlagerungsauftrag
  • Einkaufsreklamation
  • Serviceauftrag

Einen Warenausgang anlegen

Ein Warenausgang fasst alle ausgehenden Lagerbewegungen zusammen, die gemeinsam versendet werden sollen. SIEVERS WMS bietet vier Methoden, um einen Warenausgang anzulegen. Sie unterscheiden sich im Grad der Automatisierung und im Ausgangsort der Anlage.

Methode Ausgangspunkt Automatisierungsgrad
Herkunftsbelege holen Warenausgangsplanung Manuell
WA Erstellen aus Ursprungsbeleg Verkaufsauftrag, Umlagerungsauftrag, Einkaufsreklamation Manuell
Automatisch bei Freigabe Freigabe des Ursprungsbelegs Halbautomatisch
WA Automatik Aufgabenwarteschlange Vollautomatisch

Herkunftsbelege holen

Diese Methode bietet sich an, wenn mehrere Aufträge gezielt in einem neuen Warenausgang zusammengeführt werden sollen. Sie haben dabei die volle Kontrolle, welche Belege in welchem Warenausgang landen.

Typische Rollen: Exportsachbearbeiter, Lagerdisponent, Vertriebsinnendienstler, Lagersachbearbeiter

Voraussetzung: Die Ursprungsbelege müssen den Status Freigegeben haben und dürfen noch keiner Warenausgangszeile zugeordnet sein.

Schritte:

  1. Öffnen Sie die Warenausgangsplanung über die SIEVERS WMS-Menüleiste.

  2. Wählen Sie Aktionen > Neuer Beleg > Neuer Warenausgang. Die Standard-Warenausgangsseite öffnet sich. Schließen Sie diese, sobald der Warenausgang angelegt ist.

    Tipp

    Nach dem Schließen der Warenausgangsseite ist der neu angelegte Warenausgang in der Liste möglicherweise noch nicht sichtbar. Sortieren Sie die Liste absteigend nach der Warenausgangsnummer, um ihn zu finden.

  3. Markieren Sie den neu angelegten (oder einen bestehenden) Warenausgang in der Liste.

  4. Wählen Sie Aktionen > Herkunftsbelege holen. Es öffnet sich die Tabelle mit allen freigegebenen, noch nicht zugeordneten Ursprungsbelegen.

  5. Wählen Sie die gewünschten Belege aus und bestätigen Sie mit OK. Die Belege werden dem Warenausgang zugeordnet.

Hinweis

Sie können Herkunftsbelege holen auch für einen bereits bestehenden Warenausgang aufrufen, um nachträglich weitere Aufträge zuzuordnen, sofern die SIEVERS WMS Einrichtung die Option WA aus Ursprungsbeleg ergänzen aktiviert hat.


WA Erstellen aus Ursprungsbeleg

Diese Methode legt einen Warenausgang direkt aus dem Ursprungsbeleg heraus an. Sie eignet sich, wenn ein einzelner Auftrag sofort in die Warenausgangsplanung überführt werden soll.

Typische Rollen: Exportsachbearbeiter, Lagerdisponent, Vertriebsinnendienstler, Lagersachbearbeiter

Voraussetzung: Der Ursprungsbeleg muss den Status Freigegeben haben.

Schritte:

  1. Öffnen Sie den Verkaufsauftrag (oder Umlagerungsauftrag bzw. Einkaufsreklamation).
  2. Wählen Sie die Aktion Warenausgang erstellen. Das System legt den Warenausgang an und öffnet anschließend die Warenausgangsplanung, in der der neu erstellte Warenausgang markiert ist.
Hinweis

Das Verhalten dieser Aktion lässt sich in der SIEVERS WMS Einrichtung anpassen:

  • WA aus Ursprungsbeleg ergänzen: Wenn aktiv, werden neue Zeilen aus dem Ursprungsbeleg einem bereits bestehenden Warenausgang zugeordnet, anstatt einen neuen zu erstellen. Dies weicht vom BC-Standard ab.
  • Setze Verladedatum auf Arbeitsdatum falls in Vergangenheit: Wenn das Lieferungsdatum des Auftrags in der Vergangenheit liegt, wird das Verladedatum automatisch auf den aktuellen Arbeitstag gesetzt, damit der Warenausgang dennoch angelegt werden kann.

Den vollständigen Ablauf eines belegorientierten Warenausgangs von der Anlage bis zur Buchung beschreibt Einen belegorientierten Warenausgang durchführen.


Automatisch bei Freigabe

Beim Freigeben eines Ursprungsbelegs wird automatisch ein Warenausgang angelegt. Existiert bereits ein passender offener Warenausgang und ist WA aus Ursprungsbeleg ergänzen aktiv, wird der Beleg diesem stattdessen zugeordnet. Die Methode arbeitet ohne Zusammenführungslogik und eignet sich für Lager, in denen jeder Auftrag sofort nach Freigabe eingeplant werden soll.

Typische Rollen: Vertriebsinnendienstler

Voraussetzung: Der Ursprungsbeleg muss den Status Freigegeben haben.

Schritte:

  1. Aktivieren Sie die Option Warenausgang Automatisierung bei Freigabe von Verkaufsbelegen verwenden in der SIEVERS WMS Einrichtung.
  2. Geben Sie den Ursprungsbeleg (Verkaufsauftrag, Umlagerungsauftrag oder Einkaufsreklamation) über die Aktion Freigeben frei. Der Warenausgang wird automatisch angelegt.
Hinweis

Im Unterschied zur WA Automatik werden hier keine Zusammenführungsregeln (Zusteller, Karenzzeit, Vorlauf) ausgewertet. Jeder freigegebene Beleg erhält einen eigenen Warenausgang, sofern kein bestehender ergänzt werden kann.


WA Automatik

Die Warenausgangsautomatik führt Ursprungsbelege nach konfigurierbaren Regeln automatisch in Warenausgängen zusammen. Sie wertet dabei Kriterien wie Zusteller, Debitor, Verladetermin, Vorlauf und Karenzzeit aus und ist besonders für Lager geeignet, die täglich große Mengen gleichartiger Aufträge für denselben Spediteur bündeln.

Typische Rollen: Lagerdisponent, Exportsachbearbeiter, Vertriebsinnendienstler

Voraussetzung: Freigegebene Ursprungsbelege ohne zugeordnete Warenausgangszeilen.

Betrieb:

Die Automatik kann auf zwei Arten ausgeführt werden:

  • Manuell: Öffnen Sie die Seite Warenausgang Automatisierung und wählen Sie Verarbeitung starten. Das Protokoll zeigt anschließend, wie viele Warenausgänge angelegt oder ergänzt wurden.
  • Automatisch per Aufgabenwarteschlange: Richten Sie einen Aufgabenwarteschlangenposten mit der Codeunit 71310347 (AppSource/SaaS/OnPrem) bzw. 77347 (PTE) ein. Der Durchlauf erfolgt dann im Hintergrund nach dem eingerichteten Zeitplan.

Die vollständige Einrichtung der Automatisierungszeilen (Sortierung, Debitorenrein, Zustellerfilter, Vorlauf, Karenzzeit) ist in Automatisierungen beschrieben.


Prozessbereiche

Der Warenausgang ist in folgende Prozessbereiche gegliedert:

Bereich Beschreibung
Warenausgang (Schritt für Schritt) Vollständige Click-by-Click-Anleitung: Verkaufsauftrag, Warenausgang, Kommissionierung, Verpackung, Verladung, Buchung
Kommissionierung Zusammenstellen der Waren: klassisch, parallel, serienorientiert und Pick & Pack
Verpackung Bildung von NVEs, Labeldruck, Versandvorbereitung. Voraussetzung: Kommissionierung mit Status Erledigt. Verpackung Prozessübersicht
Verladung Zuordnung von NVEs zu Frachtmitteln, Warenausgangsbuchung, Frachtdokumentation
Tipp

Für einfache, einzelne Aufträge eignet sich die Schritt-für-Schritt-Anleitung als Einstieg. Für Sonderfälle wie parallele Kommissionierung oder serienorientierte Verarbeitung stehen die spezifischen Varianten zur Verfügung.

Wie geht es weiter?

Nachdem der Warenausgang angelegt und die Herkunftsbelege zugeordnet sind, sind folgende Schritte notwendig:

  1. Lagerbeleg erstellen: In der Warenausgangsplanung über Aktionen > Neuer Beleg > Lagerbeleg erstellen den Ausgehende Lagerbuchungsbeleg anlegen.
  2. Kommissionierbeleg freigeben: Den erzeugten Kommissionierbeleg drucken oder freigeben.
  3. Kommissionierung durchführen: Vollständige Prozessbeschreibung unter Einen belegorientierten Warenausgang durchführen.

Folien

Definition

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Herkunftsbelege holen

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WA Erstellen aus Ursprungsbeleg

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Automatisch bei Freigabe

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WA Automatik

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