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Serialisierung Lagerbestand

Die Funktion Serialisierung Lagerbestand ermöglicht eine GS1-konforme Mengenserialisierung während der Kommissionierung. Für jedes kommissionierte Gebinde (Masterkartons, Innerkartons oder Einzelstücke) wird eine eindeutige Serialisierungsnummer erfasst und den ausgehenden Lagerbuchungszeilen zugeordnet. Mit einer externen Datenbank lässt sich so stückgenau zurückverfolgen, welche Gebinde an welchen Kunden geliefert wurden.

Mengenserialisierung vs. Einzelserialisierung

SIEVERS WMS unterstützt zwei Ansätze zur stückgenauen Rückverfolgbarkeit:

Mengenserialisierung (Serialisierung Lagerbestand) Einzelserialisierung (Seriennummern)
Geeignet für Große oder unterschiedliche Mengen, bei denen eine Erfassung aller Seriennummern im Wareneingang nicht möglich ist Kleinere Mengen, hohe Stückwerte, vollständige Transparenz von Wareneingang bis Warenausgang
Externe Datenbank erforderlich Ja Nein
Erfassung im Wareneingang Nicht erforderlich Ja (z.B. in SWMS Mobile oder Artikelverfolgungszeilen)
GS1-QR-Code-Scanning Ja (AI 00 = NVE, AI 21 = Seriennummer, AI 37 = Menge) Optional
Wichtig

Mengenserialisierung und Einzelserialisierung per Seriennummernverwaltung können nicht gleichzeitig an demselben Artikel aktiv sein.

Einrichtung

Die vollständige Aktivierung erfordert Einstellungen an drei Stellen:

1. SWMS Feature Einrichtung

Aktivieren Sie das Feature Serialisierung Lagerbestand in der SWMS Feature Einrichtung. Damit werden alle zugehörigen Felder und Seiten sichtbar.

2. GS1-NVE Datenbezeichner Feldzuweisungen

Die GS1-NVE Datenbezeichner müssen so konfiguriert sein, dass beim Scan eines GS1-QR-Codes die richtigen Felder gefüllt werden. Folgende Datenbezeichner (AI) sind relevant:

  • AI 00 (NVE): Eindeutige ID einer Verpackungseinheit (Masterkarton, Innerkarton). Wird als Serialisierungsnummer in das Feld Serialisierungsnr. Lagerbestand der ausgehenden Lagerbuchungszeile eingetragen.
  • AI 21 (Seriennummer): Wird für Einzelstücke verwendet und ebenfalls in das Feld Serialisierungsnr. Lagerbestand eingetragen.
  • AI 01 / AI 02 + AI 37: GTIN der Handelseinheit und Menge der enthaltenen Einheiten. Das System nutzt diese Angaben zur Validierung gegen die Artikelreferenz und für die automatische Mengenübernahme.

Weitere Hinweise zur GS1-Konfiguration finden Sie unter GS1-NVE Einrichtung.

3. Stammdaten

Die Mengenserialisierung ist pro Kombination aus Debitor und Artikel konfigurierbar. Beide der folgenden Felder müssen auf Ja gesetzt sein:

  • Am Debitor (Debitorenkarte): Serialisierung Lagerbestände im Warenausgang aktivieren
  • Am Artikel (Artikelkarte, Reiter SWMS Ausgehende Lagerbuchung) oder an der Artikelkategorie: Serialisierungspflicht Lagerbestände

Nur wenn beide Felder gesetzt sind, wird beim Kommissionieren dieses Artikels für diesen Debitor die Mengenserialisierungsmaske angezeigt. Für alle anderen Kombinationen läuft die Kommissionierung wie gewohnt.

Hinweis

Das Feld Serialisierungspflicht Lagerbestände kann nicht gleichzeitig mit Seriennr. erforderlich am Artikel aktiv sein. Das System prüft beim Aktivieren, ob ein Konflikt vorliegt, und gibt ggf. eine Fehlermeldung aus.

Ablauf in der Kommissionierung

Sobald alle Einrichtungsvoraussetzungen erfüllt sind, erscheint beim Kommissionieren (Prozess A4.3) anstelle der regulären Bestätigungsmaske eine spezielle Serialisierungsmaske:

  1. Der Lagerbestand wird zur Entnahmevalidierung gescannt.
  2. Der Kommissionierer scannt einen GS1-Code der Verpackungseinheit:
    • AI 00 für einen Masterkarton oder Innerkarton
    • AI 21 für ein Einzelstück (Seriennummer)
  3. Das System liest die im Code enthaltene Menge (AI 37) aus und übernimmt sie automatisch als kommissionierte Menge.
  4. Ist die gescannte Menge kleiner als die Restmenge der Zeile, wird die Zeile automatisch gesplittet. Jede ausgehende Lagerbuchungszeile erhält so genau eine Serialisierungsnummer.
  5. Würde die gescannte Menge die Restmenge der Zeile überschreiten, erscheint eine Fehlermeldung. Der Kommissionierer muss ein kleineres Gebinde scannen.
  6. Sobald die vollständige Menge serialisiert ist, wird der Prozess bestätigt. Mit F7 kann ein neuer Kommissionierplatz angefordert werden.
Hinweis

Artikel mit aktiviertem Seriennr. erforderlich (Einzelserialisierung) durchlaufen die reguläre seriennummernbasierte Kommissioniermaske, nicht die Mengenserialisierungsmaske.

Speicherung der Serialisierungsnummern

Die erfassten Serialisierungsnummern werden im Feld Serialisierungsnr. Lagerbestand gespeichert:

  • In den ausgehenden Lagerbuchungszeilen (während der Kommissionierung)
  • In den gebuchten ausgehenden Lagerbuchungszeilen (nach Buchung des Warenausgangs)

Die Verknüpfung zwischen gescannter Serialisierungsnummer und ausgehender Lagerbuchungszeile ermöglicht es, über eine externe Datenbank stückgenau nachzuvollziehen, an welchen Kunden ein bestimmtes Gebinde geliefert wurde.

Prüfung auf Doppelerfassungen

Das System verhindert, dass dieselbe Serialisierungsnummer innerhalb desselben Kommissionierbelegs doppelt gescannt wird. Bei einem Duplikat erscheint eine Fehlermeldung.